Angekommen im Reisen

Angekommen im Reisen

Kategorie Gedanken Datum 18.02.2026 Autor GABI


Ich sitze hier in Punta Arenas, am Ende der Welt, und merke, dass ich endlich angekommen bin – im Reisen. Dieses Gefühl hatte ich noch nie zuvor in meinem Leben, obwohl schon so viele Wege, unzählige Kilometer und verschiedene Fahrzeuge hinter mir liegen. Angefangen hat alles in einem VW Passat mit Fließheck, in dem wir einfach die Rücksitzbank umklappen konnten. Tim und ich haben so irgendwo im Wald an der Ostsee übernachtet, nur wir, das Auto und der Duft von Meer und Kiefern – vielleicht war das der Moment, in dem sich die Liebe zum Draußensein heimlich in mein Herz geschlichen hat.

 

Wie alles begann

 Erst viel später kam Paulchen, unser VW‑Bus. Mit ihm wurde aus dem spontanen „Mal eben weg“ ein kleines, rollendes Zuhause. Dann folgte der Fiat Ducato, der mich in die unterschiedlichsten Länder Europas begleitet hat – über Pässe, an Küstenstraßen entlang und durch enge Dörfer. Und heute ist da Möhre: mein LKW, mein Zuhause auf Rädern. Zuhause steht noch mein liebevoll ausgebauter VW Caddy, mit dem ich auch mal an einem See stehen kann, wo Möhre nicht erlaubt ist. Ich merke: Ich liebe es einfach, zu campen – egal in welcher Form.

 

Reisen statt Urlaub

 Erst heute und hier begreife ich wirklich, was Reisen für mich bedeutet. Es ist nicht das schnelle Weiterziehen, nicht das „Urlaub machen“ mit Rückreisedatum im Kopf, sondern das Leben unterwegs. Reisen heißt, den Alltag mitzunehmen – und ihn neu zu gestalten. Ich arbeite von unterwegs, und es ist ein wunderbares Geschenk, meine Arbeit mit dem Reisen verbinden zu können. Ich liebe, was ich tue, und dass ich es genau hier, zwischen Meer, Wind und Straßenstaub, leben darf.

 

Mein Alltag auf Rädern

 Ich schreibe Tagebuch. Die Wäsche muss gewaschen werden. Es wird eingekauft, gekocht, und ja – manchmal schaue ich einfach einen Film. Nebenbei plane ich die nächste Etappe, behalte das Wetter im Blick, suche Schlafplätze, Wasserstationen und Tankstellen. All das ist jetzt mein Alltag, und für mich ist es ein wunderschöner Alltag. Ich lerne gerade auch, ruhig zu bleiben, wenn die Gesundheit eine Pause erzwingt. In den letzten Monaten habe ich genau das erlebt – und plötzlich wurde mir klar, dass ich dieses Gefühl noch nie hatte, wenn ich „nur Urlaub“ im Wohnmobil gemacht habe.

 

Freiheit, Minimalismus und Dankbarkeit

 Jetzt weiß ich, was Reisen bedeutet: Es ist ein Zustand, ein Gefühl, ein Leben, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es ist eine Mischung aus Freiheit, Alltag, Planen, tollen Begegnungen, Naturmomenten, Freude, Minimalismus und dem tiefen Wissen, bei dem angekommen zu sein, was ich mir so lange gewünscht habe. Reisen bedeutet auch, die Welt zu erleben – an den schönsten Plätzen zu stehen, die viele nur aus Reisekatalogen kennen, Tiere ganz nah zu beobachten und wilde Natur mit allen Sinnen zu spüren. Es ist einfach unfassbar schön, und ich bin unendlich dankbar, dass ich das erleben darf.

 

Zuhause ist dort, wo Möhre steht

 Viele liebe Menschen haben mich gefragt, ob ich wieder nach Hause komme, jetzt, wo meine Gesundheit mir gerade einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Meine Antwort: ein klares Nein. Im Moment ist Möhre mein Zuhause. Ich habe mich in ihr eingerichtet und fühle mich wirklich richtig wohl. Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein – ein paar Klamotten, etwas zu essen, ein bisschen Geld, mein Laptop und WLAN. Ich bin frei, so frei, wie ich es mir immer erträumt habe, auch wenn ich alleine unterwegs bin.

 

Allein, aber nicht einsam

 Bin ich einsam? Nein, überhaupt nicht. Ich habe so viele coole Menschen kennengelernt, mit denen ich ein Stück des Weges gemeinsam gegangen bin. Die Overlander sind eine kleine Gemeinschaft, die sich irgendwie immer wiederfindet – man verbringt Zeit zusammen, teilt Geschichten, teilt manchmal sogar Pannen, und dann zieht jede und jeder weiter. Diese kurzen, intensiven Begegnungen machen das Unterwegssein noch reicher.

 

Der unbequeme Weg zur Freiheit

 Manchmal muss man einen Weg wählen, der nicht bequem ist, um Freiheit zu erfahren. Loslassen. Zweifel aushalten. Anders sein, als es viele erwarten. Doch genau dadurch durfte ich diese besondere Form des Glücks finden: Ich bin bei mir angekommen. Der Weg ist das Ziel – und die wunderbaren Menschen, denen ich begegne, gehen ein Stück mit mir, weil ich es möchte, weil ich neugierig bin.

 

Es fühlt sich fast verrückt an, das so klar zu spüren: Angekommen zu sein im Reisen. Nicht als Ausnahmezustand, sondern als mein Leben. Und irgendwo zwischen Passat im Ostseewald, Paulchen, Ducato, Möhre und Caddy habe ich gelernt, dass es manchmal nur einen umgeklappten Sitz, einen klaren Himmel und ein offenes Herz braucht, um sich wirklich frei zu fühlen.


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Wo bin ich

gerade?

Aktueller Standort der Freiheitsliebe-Reise – unterwegs mit dem LKW Möhre auf großer EntdeckungstourIrgendwo zwischen Traum und Abenteuer, auf den Straßen der Freiheit. Mit meinem treuen LKW entdecke ich atemberaubende Landschaften, begegne spannenden Menschen und lasse mich von neuen Kulturen inspirieren. Die Welt ist groß, und jede Reise birgt unzählige Geschichten, die nur darauf warten, erzählt zu werden.

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