Unterwegs auf Patagoniens staubigen Straßen
Von Puerto Natales bis El Bolsón
Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal etwas gepostet habe – kein Reel, kein Beitrag. In den letzten Wochen war ich viel unterwegs, habe gearbeitet, erlebt, geschraubt und gestaunt. Reisen und Arbeiten gleichzeitig – das ist manchmal eine Herausforderung, aber auch ein großes Geschenk. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich meine kleine Werbeagentur führen und von unterwegs aus arbeiten kann. Doch manchmal heißt es eben Prioritäten setzen: Arbeiten, Reisen und dann berichten. Ich hoffe, ihr habt Verständnis dafür.
Viele von euch haben gefragt, ob alles okay ist – ja, mir geht’s gut! Und Danke, dass ihr so an mich denkt. Das bedeutet mir viel!
Grenzübertritt: Chile → Argentinien
Gemeinsam mit Betina und Christian starteten wir in Puerto Natales (Chile), einer ruhigen Stadt am Fjord Última Esperanza, von wo aus viele zum berühmten Torres-del-Paine-Nationalpark aufbrechen. Unsere Route führte uns über die Grenze – hinein nach Argentinien. Endlich wieder 90 Tage Argentinien!
Ruta 40 Abenteuer: Tres Lagos & die Sperre
Von dort aus ging es weiter entlang der legendären Ruta 40, Richtung Tres Lagos. In dieser einsamen Landschaft fühlt man sich manchmal, als würde man durch die Ewigkeit fahren – Steppe, Wind, Horizonte ohne Ende. In Tres Lagos mussten wir bei der Polizei anfragen, ob die Ruta 40 befahrbar ist. Diese führt dort über Pässe, teilweise nicht ausgebaut, also Schotterpiste, aber schön soll dieser Abschnitt sein. Ich hatte Ehrfurcht vor dieser Strecke. Der Polizist sagte: „Alles in Ordnung.“ Kaum waren wir unterwegs, kam dieser Polizist hinterhergefahren und winkte uns zum Halt: „gesperrt“. Also umdrehen! 135 Kilometer zurück über die Ripio, die endlose Schotterpiste, bis wir auf die perfekt ausgebaute Ruta 27 kamen, die uns bis nach Gobernador Gregores führte. Das war dann schon richtig langweilig 😊. Diese Stadt liegt mitten in der trockenen Steppe. Gespeist von einem Fluss kommt die Stadt einem wie eine grüne Oase in der Wüste vor.
Perito Moreno: Stürmische Pausetage
Nach zwei Tagen fuhren wir weiter nach Perito Moreno. Dort verbrachten wir vier Tage im Sturm und schlechten Wetter. Aber das ist hier ganz normal: In dieser Region Patagoniens treffen trockene Luftmassen aus der Steppe und feuchte Winde vom Pazifik aufeinander, die von den Anden ausgebremst und verwirbelt werden. So entstehen diese typischen extremen Wetterumschwünge – Sonne, Regen, Sturm, manchmal alles an einem Tag.
Vulkasteinstraße & Gaspedal-Panne
Dann fuhren wir weiter auf der Ruta 40 Richtung Trevelin. Ich fuhr die Straße, die ich eigentlich nie wieder fahren wollte. Dieser Abschnitt besteht aus altem Vulkangestein, und ganz gleich, wie oft die Schlaglöcher zugeschmiert werden – sie kommen einfach wieder. Ein Stück wurde gerade neu gemacht, und so mussten wir auf eine Seitenstrecke aus Schotter ausweichen. Plötzlich löste sich mein Gaspedal – kein Gas mehr! Zum Glück lagen alle Teile im Fußraum, also kurz zusammengebaut und weiter ging’s. Hier lernt man wirklich, mit allem umzugehen, was unterwegs passiert.
Trevelin, Esquel & Abschied von Betina + Christian
In Trevelin angekommen, war sofort klar: Hier lässt es sich wunderbar leben. Ein kleiner, entspannter Ort nahe der chilenischen Grenze, bekannt für seine walisische Geschichte, Teestuben und blühenden Gärten. Nach ein paar Tagen Ruhe und Sonne ging es weiter nach Esquel, wo Möhre – meine treue Begleiterin – neues Öl bekam, bevor ich Richtung El Bolsón aufbrach. Ja, hier trennen sich erst einmal unsere Wege. Aber erst einmal. Ich weiß, wir treffen uns wieder. Betina und Christian haben mir sehr viel geholfen. In der Zeit, wo es mir so richtig schlecht ging, waren sie immer da. Haben mich immer unterstützt und zugehört. Ohne sie, ich weiß echt nicht, was ich ohne sie gemacht hätte. Ein ganzes großes und herzliches Dank an euch.
El Bolsón: Zweites Mal verliebt
El Bolsón hat mich das zweite Mal verzaubert: Umgeben von Bergen, durchzogen vom Río Azul, erfüllt von einem leichten Hippie-Flair. Auf dem Feria Artesanal, dem bunten Kunsthandwerksmarkt, findet man alles – von handgemachten Schmuckstücken über frisches Obst bis hin zu Musik auf der Straße. Ein Ort, der Kreativität ausstrahlt, an dem die Zeit ein bisschen langsamer vergeht.
Campus-Ankunft bei Claudia & Klaus
Nun stehe ich schon seit über einer Woche auf dem Campus von Claudia und Klaus. Hier fühle ich mich so wohl, dass ich gar nicht mehr weiterfahren möchte. Es tut gut, anzukommen, liebe Menschen zu treffen, zu plaudern und gemeinsam anzupacken. Doch morgen geht’s weiter Richtung Norden – mit etwas Wehmut, aber auch voller Vorfreude auf das, was kommt.
Herbst in Patagonien & Carretera Austral Pause
Der Herbst hält Einzug – goldene Blätter, weiches Licht, ein Hauch von „Indian Summer“. Doch nachts wird es schon ganz schön kalt. Die Carretera Austral in Chile lasse ich diesmal links liegen; dort ist noch zu viel Regen gefallen, und bald könnte der Schnee kommen. Aber das macht nichts – jede Entscheidung unterwegs ist auch eine Einladung, woanders Neues zu entdecken.
Und so geht sie weiter – meine Reise.


Irgendwo zwischen Traum und Abenteuer, auf den Straßen der Freiheit. Mit meinem treuen LKW
entdecke ich atemberaubende Landschaften, begegne spannenden Menschen und lasse mich von
neuen Kulturen inspirieren. Die Welt ist groß, und jede Reise birgt unzählige Geschichten,
die nur darauf warten, erzählt zu werden.