Zwischen Steppe und Anden – Ankommen in Puerto Natales

Mitte Januar machte ich mich auf den Weg von Punta Arenas nach Puerto Natales. Eine Strecke, die mich – trotz des kräftigen patagonischen Winds – tief berührt hat. Anfangs zog die endlose Steppe an mir vorbei, diese weite, goldene Landschaft, die so typisch für den Süden Chiles ist. Doch je näher ich meinem Ziel kam, desto abwechslungsreicher wurde die Landschaft: sanfte Hügel, bunte Blumen am Straßenrand und dann, ganz hinten am Horizont, die schneebedeckten Gipfel der Anden – ein Anblick, der mich sofort in seinen Bann zog.
Leider ging es mir an diesem Tag schon nicht besonders gut. Ich dachte, ein bisschen Ruhe würde helfen – doch das war wohl ein Irrtum. Nach ein paar Tagen Ausruhen wuchs mir eine dicke Backe; der Zahnschmerz ließ nicht mehr locker. Eine Portion Penicillin brachte zunächst Erleichterung, aber die Ursache scheint tiefer zu liegen. Heute steht also ein weiterer Zahnarztbesuch an. Tja, auch das gehört eben zum Reisen – die unvorhergesehenen Momente, die Geduld, das Improvisieren.
Inzwischen kenne ich Puerto Natales recht gut, und die Stadt hat mich auf eine unaufgeregte, ehrliche Art für sich gewonnen. Irgendetwas an ihr erinnert mich an den Osten: Menschen, die mit Kreativität und Tatkraft etwas aus dem machen, was sie haben. Mir fiel auf, dass es hier kaum Fenster mit Gittern gibt – ein Zeichen dafür, dass Vertrauen und Gemeinschaft zählen.
Puerto Natales, nur knapp 250 Kilometer von Punta Arenas entfernt, liegt am bekannten Fjord Última Esperanza – der „letzten Hoffnung“. Von hier starten viele ihre Touren in den berühmten Torres del Paine Nationalpark, doch auch die Stadt selbst hat Charme: kleine Cafés, ein paar Galerien, eine entspannte Innenstadt und immer dieser Blick aufs Wasser, hinter dem die Anden aufragen.
Auch wenn die Menschen hier vielleicht etwas reservierter wirken als auf der argentinischen Seite, fühle ich mich wohl. Vielleicht gerade deshalb – weil alles etwas ruhiger, ehrlicher, weniger touristisch ist. Es ist ein Ort, an dem die Zeit gerade genug stillsteht, um durchzuatmen. Und genau das tue ich jetzt: atmen, beobachten, heilen – und gespannt sein, was der nächste Tag bringt.

Irgendwo zwischen Traum und Abenteuer, auf den Straßen der Freiheit. Mit meinem treuen LKW
entdecke ich atemberaubende Landschaften, begegne spannenden Menschen und lasse mich von
neuen Kulturen inspirieren. Die Welt ist groß, und jede Reise birgt unzählige Geschichten,
die nur darauf warten, erzählt zu werden.